Amt des Bürgermeisters wird hauptberuflich - Markus Reimers Kandidatur bleibt!

Quelle: Mainpost (Link zum Zeitungsartikel am Ende dieses Textes)

25. März 2025

Leider kein Ehrenamtlicher! Meine Bürgermeisterkandidatur bleibt dennoch weiterhin bestehen.

In der letzten Gemeinderatssitzung in Waigolshausen wurde unter Punkt 5 der Tagesordnung die Thematik „ehrenamtlicher oder hauptberuflicher Bürgermeister“ behandelt. Dass der amtierende Bürgermeister dem Gemeinderat einen „hauptamtlichen Bürgermeister nahegelegt hat“ ist aus seiner Sicht nachvollziehbar.

Für mich persönlich wäre es beruflich einfacher gewesen, wenn man die Entscheidung in Richtung „ehrenamtlich“ getroffen hätte. Ich bin aber nicht der einzige Kandidat der sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt, weshalb diese Entscheidung durchaus verständlich ist.

Nicht jeder führt seinen Beruf in unmittelbarer Nähe des Rathauses aus und ist in der Lage seinen Arbeitsplatz zwischendurch für gemeindliche Belange verlassen. Das Votum des Gemeinderates muss neutral und personenunabhängig sein. Insofern ist der Beschluss des Gemeinderates logisch vertretbar.

Mich haben schon mehrere Anfragen erreicht, ob ich an einer Kandidatur weiterhin festhalten werde.

Die klare Antwort ist: JA, natürlich! Der rechtliche Hintergrund mit dem sich die Gemeinde Waigolshausen (2759 Einwohner) auseinandersetzen muss, liegt in der Neufassung der Kommunalrechtsnovelle. Diese sieht bereits ab 2500 Einwohnern (anstatt bisher 5000 Einwohnern) einen hauptamtlichen Bürgermeister vor. Der Gemeinderat kann sich in diesem Regelkonstrukt auch bewusst für einen ehrenamtlichen Bürgermeister entscheiden.

Als ich mich zum ersten Mal mit der Thematik Bürgermeisterkandidatur auseinandergesetzt hatte, bin ich zu 100% von einem Ehrenamt ausgegangen. Im Oktober 2024 war ich dann mit dem Sachverhalt konfrontiert, dass trotz geringer Finanzkraft der Gemeinde die Ausübung in Vollzeit stattfinden könnte. Die Frage „Ist der Weg unter diesen Umständen für mich schon zu Ende?“ hat mir ein paar schlaflose Nächte gekostet.

Nach Abwägung aller beruflichen Risiken stand meine Entscheidung im Oktober 2024 fest. „Auch wenn es so entschieden wird, möchte ich Bürgermeister werden. Mein Wunsch die Gemeinde federführend gestalten zu können soll Wirklichkeit werden“. Meine Firma, die Main-Business GmbH ist seit über 10 Jahren auf verschiedene Unwägbarkeiten gehärtet. Ein Szenario „Ausfall wegen Wahlsieg zum Bürgermeister“ war zwar noch nicht in der Schublade zu finden, aber nachdem der Geschäftsbetrieb auch bei einem längerfristigen krankheitsbedingten Ausfall meinerseits weitergehen muss, gab es vom Ende her gedacht eine ähnlich geartete Struktur. Die oberste Zielsetzung: Die Kundenverfügbarkeit, Transparenz der Arbeitsabläufe und ein uneingeschränkter Geschäftsbetrieb sind weiterhin gewährleistet.

Bei einem Wahlsieg kann der Umbau der Firma deshalb unverzüglich stattfinden und ich kann mit Herz und Seele 100% für die Gemeinde präsent sein. Das Anforderungsprofil an einen hauptamtlichen Bürgermeister würde von mir vollumfänglich umgesetzt werden. Ich bin mir bewusst, dass das Amt des Bürgermeisters kein 40 Stunden Job ist und dann ist Feierabend - Bürgermeister ist man 24/7.

Die nächste unvermeidliche Frage, die sich stellt, ist: „Machst du dann gar nichts mehr für deine Firma?“ Natürlich werde ich auch weiterhin hier und da tätig sein. Eine 27-jährige Selbstständigkeit gibt man nicht komplett auf!

Meine geschäftlichen Schwerpunkte Buchhaltung, Gehaltsabrechnungen und Warenwirtschaftssysteme unterliegen einen steten Wandel. Inhaltliche Fortbildungen für den Erhalt meiner Zertifikationen usw. werde ich weiterhin wahrnehmen.

Viele meiner beruflichen Tätigkeiten sind schon jetzt zeitunkritisch. Diese verlagere ich zukünftig teilweise personell und in meine arbeitsfreie Zeit. Aktuell vertritt mich während meiner Urlaubszeiten ein Netzwerk aus Spezialisten. Auf diese Kollegen kann ich im Falle eines Wahlsieges setzen. Entsprechende Zusagen meiner langjährigen Geschäftspartner habe ich.

Sollte das alles wieder erwartend nicht ausreichen, werde ich in meiner Firma die Manpower erweitern. Ich bin überzeugt, dass mein „am Ball bleiben“ in den Bereichen der kaufmännischen Software, Archivierung, Dokumentenmanagementsysteme usw. für den Job des Bürgermeisters sogar direkte Mehrwerte mit sich bringen wird. Einen IT-Spezialist mit knapp 30 Jahren Berufserfahrung in der Verwaltung zu haben, der vieles aus technischer und kaufmännischer Sicht beurteilen kann, dürfte organisatorisch ein Zugewinn sein.

Passt die Datenspeicherung und die Datensicherung? Warum sind Bilanzen und andere Finanzdaten so? Wie kann man Firmenneugründungen im Gemeindegebiet inhaltlich unterstützen? Alles Tätigkeiten die ich aus dem Effeff beherrsche und die eine Bereicherung für die Verwaltung sein werden. Nachdem ich auch Schulungen im Lohn & Gehaltsegment halte, weiß ich was am Schluss „übrigbleibt“ und wann die maximale Belastung der Bürger erreicht ist.

Ein kompletter Rückzug aus der Firma geht auch aus einem anderen Grund nicht. Demokratie bedeutet, dass man einen eventuellen Wahlsieg nicht automatisch wiederholen kann. Falls dieser Fall 2032 eintritt, möchte ich in der Lage sein als Geschäftsführer wieder voll in meiner Firma wirken zu können.

Meine Firma ist ein wichtiger und bedeutender Teil meines Lebens. Wer sein Hobby zum Beruf macht, der macht das in der Regel aus ehrlicher Leidenschaft. Ich werde mit meiner Main-Business GmbH deshalb auch z.B. weiterhin den Kleidermarkt in Waigolshausen technisch realisieren oder andere soziale Projekte unterstützen. Das steht alles in keiner Diskrepanz zum Bayerische Beamtengesetz.

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Eine persönliche Bemerkung zur Thematik Die Entscheidung, ob das Amt des Bürgermeister zukünftig haupt- oder ehrenamtlich besetzt werden soll, ist für die Gemeinde als ganzes eine wichtige und finanziell weitreichende Entscheidung. Ich hätte mir im Vorfeld eine transparentere Information Seitens der Verwaltung gewünscht. Ich bin mir sicher, dass dann (inclusive mir und des Pressevertreters) mehr als drei Gäste zur Gemeinderatssitzung gekommen wären.

Vermutlich war die Tragweite des entsprechenden Tagesordnungspunktes für die meisten Bürger nicht ersichtlich: "Satzung zur 2. Änderung der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts"

Auf der Internetseite der Gemeinde Waigolshausen (www.waigolshausen.de) ist Stand heute (25.03.2025) die entsprechende Satzung leider auch nicht einsichtig.

Bitte nicht falsch verstehen! Die Entscheidung des Gemeinderates ist völlig ist Ordnung, aber der erste Satz aus dem Mainpost-Artikel trifft es perfekt: "Wenn bei Gemeinderatssitzungen Satzungsänderungen auf der Tagesordnung stehen, lässt das selten eine spannende Thematik erwarten"

Ich stehe dafür, dass solche Themen vorher öffentlich und mit maximaler Reichweite angekündigt werden. Akzeptanz für weitreichende Entscheidungen erreicht man bei den Bürgern, wenn man sie rechtzeitig mitnimmt. Im Nachhinein wichtige Entscheidungen aus der Presse zu erfahren, für die man sich auch interessiert hätte - dass ist generell ärgerlich.

Der komplette Artikel ist in der Printausgabe der Main-Post vom 25.03.2025 nachzulesen.

Im Online-Portal der Main-Post ist dieser unter diesem Link erreichbar: https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/buergermeisteramt-in-waigolshausen-wird-2026-wieder-hauptamtlich-art-11737361

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